Die Triade Freiheit Gleichheit Brüderlichkeit

Teil 1: Die Wertung der drei Werte

Freiheit Gleichheit Brüderlichkeit – Die Triade vor allem eines Gefühls, dass in Erinnerung an die Geschichte der französischen Revolution das eigene innere Utopia eines jeden politische Realität werden kann – Doch das Blutvergießen im Laufe der Französischen Revolution zeigte auch, dass diese Triade unterschiedlich ausgelegt werden kann. Im freiheitlichen emanzipatorischen Sinne, wie auch im gleichmacherischen, repressiven Sinne. So nahm der historische Liberalismus vor allem die Freiheit statt Brüderlichkeit. Brüderlichkeit wurde zunächst mit involviert, schnell aber uminterpretiert [s.unten: Marx:“Philosophen…“] Es wurde eher das Brüderliche während Revolution bzw. des Liberalen Wandels gemeint, danach sollte schön jeder seine eigenen Wege gehen. Maximal wurde Brüderlichkeit- solange die Triade bestand hatte [Geschichte des Demokratismus/Radikaldemokratismus folgt] als das ‚Solidarisch sein‘ zugunsten eines Gesellschaftsvertrags, der jeden im Sinne des Liberalismus Rechte einräumt.

Aus dieser liberalen Sicht der Triade kam man final zu einem Kapitalismus (im Sinne der eigentlichen Bedeutung ‚Dominanz des Kapitals’*) a la Manchesterliberalismus oder des modernen Finanzkapitalismus, der sicherlich die Freiheit verteidigt, und Gleichheit auch- wenn es um Papierrechte geht… Ob der moderne prekär Beschäftigte jedoch faktisch Rechtsgleichheit genießt (das Recht ist schließlich auslegbar, und eine Armada der besten Anwälte hat noch nie geschadet).

Die drei Werte wurden eben historisch unterschiedlich gewichtet, gleich dem Zitat von Marx „Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert; es kommt aber darauf an, sie zu verändern.“[Marx, Thesen über Feuerbach, Fassung von 1988] – nur eben umgekehrt: Mit den drei Werten veränderte man die Welt, ohne jedoch diese Welt, wie auch- und vor allem- die Werte vorher auch zu interpretieren. So wurde jedes Mal in der Geschichte dieser Triade aus drei gleichen Symbolen („Freiheit!“ als Symbol der Befreiung von Knechtschaft, „Gleichheit!“ als Symbol gleicher Rechte oder „Solidarität“ als nicht zufälligen Wahlspruch des Sozialismus) drei unterschiedlich gewichtete Werte. Und das meist, ohne sich diese Umstand einzugestehen. Der Sozialismus stalinistischer Prägung war zynisch gemeint schließlich vor allem eines: Die Freiheit, die Befreiung der Arbeiterklasse.

*Kapitalismuskritiker und Antikapitalisten müssen sich permanent den Vorwurf gefallen lassen, mit Kapitalismus auch jede Form der Marktwirtschaft zu meinen und per se kollektivistische Planwirtschaft zu wollen. Dass libertäre bzw. individualistische Anarchisten sehr wohl ‚eine‘ Form der Marktwirtschaft wollen, zeigt diesen Widerspruch, der sich tief in jeden politischen Laien einbrannte. Ein Sieg (neo-)liberaler Hegemonie (neoliberal in der modernen Bedeutung: Thatcher, Reagen, „marktkonforme Demokratie‘).

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